Unsere Vision für München
in Bezug auf unsere Beziehung zum jüdischen Volk und zu Israel
München hat eine etwa 800-jährige Geschichte
in seiner unmittelbaren Beziehung zu jüdischen Menschen. Gedeihliches Zusammenleben
und tragische Feindschaft, Verfolgung und Vertreibung wechselten sich über
die Jahrhunderte hinweg ab. Der traurige bisherige Höhepunkt in Münchens
Beziehung zum jüdischen Volk ist Münchens Rolle als (werdende) "Hauptstadt
der Bewegung" in der Zeit zwischen 1918 und 1945. Wir Christen sind mitverantwortlich
und oftmals mitschuldig geworden an dem Leid jüdischer Menschen in unserer
Stadt.
Als Christen glauben wir an die Kraft der Erlösung durch Jesu Sterben am
Kreuz und durch die Realität seiner Auferstehung. Als Christen aus dem
Großraum München, die eine biblisch verankerte Liebe zum jüdischen
Volk und zu Israel im Herzen tragen sind wir inspiriert von der Verheißung
aus dem Römerbrief: "Da wo Sünde mächtig geworden ist, möchte
sich die Gnade Gottes um so mächtiger erweisen" (Röm. 5,20b).
Wir glauben, dass von Gottes Seite her diese Verheißung einen aktuellen
Bezug zu unserer wechselvollen Geschichte mit dem jüdischen Volk hat -
gerade auch in und für München.
Der Kernpunkt unserer Vision und unseres Gebets ist deshalb folgender: Von München
aus soll in wachsendem Maße ein Segen für Israel ausgehen - geistlich
und praktisch. Die "Hauptstadt der (Fluch-)Bewegung" soll aus der
Kraft des Kreuzes und des Heiligen Geistes heraus innerhalb Deutschlands zu
einer führenden Kraft der Segensbewegung für Israel werden. Wir glauben,
dass in dem Maß, in dem uns dies geschenkt wird, wir auch für Menschen
aller anderen Nationalitäten - und auch für unser eigenes Volk - um
so mehr zum Segen werden können.
Auf diesem Hintergrund verfolgen
wir folgende Ziele und Anliegen:
1) Wir wollen Christen mit einem Herz und biblisch begründeten Anliegen
für das jüdische Volk und Israel sammeln, zurüsten sowie in der
geistlichen Einheit und praktischen Zusammenarbeit stärken.
2) Die breitere Gemeinde Jesu im Großraum München wollen wir auf
ihre Verbindung mit dem jüdischen Volk und Israel aufmerksam machen und
darin ermutigen und herausfordern, der damit verbundenen Verantwortung zunehmend
gerecht zu werden. Dies sehen wir als einen wichtigen Teil unseres Gesamtauftrags
an, in München und Region "Reich Gottes" zum Segen für alle
Menschen zu bauen.
3) Den jüdischen Mitbürgern in unserer Nachbarschaft wollen wir Solidarität,
Freundschaft und Ermutigung zum Ausdruck bringen. In spezieller Weise gilt dies
für unsere messianischen Brüder und Schwestern in dieser Stadt.
4) Wo immer es im Rahmen unserer Vision und unseres Auftrags möglich und
dienlich ist, suchen wir die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Kräften
und möchten diese ermutigen, ihren Teil für eine verantwortungsbewusste
Vergangenheitsaufarbeitung, Gegenwartsbewältigung und Zukunftsgestaltung
zu leisten und nach unseren Möglichkeiten dazu helfen. Dies gilt insbesondere
in Bezug auf unsere gemeinsame Verantwortung den Kräften des Antisemitismus
und Antiisraelismus entschieden entgegenzutreten.
5) Die Gemeinde Jesu in München soll ermutigt werden, ihren Platz einzunehmen
und ihren Teil beizutragen im gesamtdeutschen Kontext der Übernahme von
Verantwortung für Vergangenheitsschuld, der aktuellen Auseinandersetzung
mit Antisemitismus und Antiisraelismus und der Ausgestaltung unserer biblisch
verankerten Verbundenheit mit dem jüdischen Volk und Israel.